Am Nachmittag hatte es so stark geregnet, dass sie ihre Pläne verschoben. Kein Ausflug, kein Markt, kein langer Weg. Sie blieben im Zimmer und hörten zu, wie der Regen gegen die Scheiben schlug.
Als es am frühen Abend aufklarte, gingen sie doch noch hinaus. Die Straßen glänzten, die Luft war kühler, und auf dem Pflaster spiegelten sich Fenster und Laternen.
Die kleine Stadt, die ihnen am Vormittag etwas müde vorgekommen war, sah plötzlich aufmerksam aus. Farben wirkten tiefer, Geräusche weicher, die Schritte langsamer.
Sie entdeckten einen Innenhof, den sie vorher übersehen hatten, und eine Treppe, die zu einem ruhigen Platz führte. Niemand hatte ihnen diesen Weg empfohlen.
Am Ende kauften sie kein Souvenir und machten nur wenige Fotos. Trotzdem blieb der Spaziergang einer der klarsten Momente der Reise.
Manchmal verändert nicht der Ort seine Wirkung, sondern das Wetter, das Licht und die Bereitschaft, ohne Plan weiterzugehen.



