Das Foto zeigte den Garten nach einem langen Nachmittag. Stühle standen noch auf dem Rasen, ein Buch lag umgedreht auf dem Tisch, und die Sonne fiel durch die Hecke.
Erst beim Durchsehen der Bilder entdeckten sie den kleinen Vogel am Rand. Er saß auf dem Zaunpfosten und sah aus, als gehöre er ganz selbstverständlich zur Szene.
Niemand hatte ihn während des Fotografierens bemerkt. Vielleicht war er nur wenige Sekunden dort gewesen, vielleicht länger.
Das Bild wirkte durch den Vogel freundlicher. Es hatte plötzlich einen stillen Beobachter, der den Nachmittag besser zusammenfasste als jedes gestellte Familienfoto.
Sie schnitten das Bild nicht zurecht, obwohl der Vogel fast zu weit außen saß. Gerade dieser Rand machte es besonders.
Seitdem sehen sie Gartenfotos genauer an. Nicht, weil sie etwas suchen müssen, sondern weil kleine Besucher manchmal unbemerkt Teil der Erinnerung werden.



