Die Tür war ihnen schon oft begegnet. Sie lag auf dem Weg zum Park, zwischen zwei hellen Häuserfassaden, und wurde im Alltag kaum beachtet.
Als Ben sie eines Tages fotografierte, weil seine Tochter davor stehen blieb, sah er später auf dem Bild, wie ungewöhnlich die Farbe war. Kein grelles Blau, eher ein ruhiger Ton zwischen Meer und Himmel.
Plötzlich fragten sie sich, wer dort wohnte und warum die Tür so gestrichen war. Keine große Frage, aber eine, die den Spaziergang veränderte.
In den folgenden Wochen achteten sie mehr auf Türen, Fenster, Griffe und kleine Zeichen an Häusern. Die vertraute Umgebung bekam neue Einzelheiten.
Das Foto der Tür blieb auf dem Telefon, ohne besonderen Anlass. Doch es erinnerte sie daran, dass man Bekanntes nicht automatisch wirklich gesehen hat.
Manchmal reicht ein Bild, um den Blick langsamer zu machen.



